Das HOSB Ingenieurbüro ist Ihr spezialisierter Partner für die Projektierung, Implementierung und Administration von Serialisierungssystemen sowie modernen Druck- und Kameralösungen in Verpackungsanlagen. Im Zentrum unserer Arbeit steht aktuell die Umstellung von klassischen EAN-Strichcodes (1D) auf 2D-Codes wie GS1 DataMatrix oder QR-Codes nach GS1-Digital-Link-Standard – die technische Grundlage im FMCG Bereich, auf der die kommenden EU-Vorgaben zu Digital Product Passport (DPP), PPWR und weiteren Nachhaltigkeitsanforderungen aufbauen.
GS1 Sunrise 2027: Der Umstieg von 1D- auf 2D-Codes
Mit der Initiative GS1 Sunrise 2027 stellt der Handel weltweit die Produktkennzeichnung auf 2D-Codes um. Ziel ist, dass Kassensysteme bis Ende 2027 neben dem klassischen EAN/UPC-Barcode auch GS1 DataMatrix- und GS1-Digital-Link-QR-Codes zuverlässig lesen können. Während der Übergangsphase wird eine Doppelkennzeichnung aus 1D- und 2D-Code empfohlen, bevor ab 2028 der 2D-Code als bevorzugter Standard etabliert ist.
Anders als der klassische EAN-Code, der nur die GTIN (Artikelnummer) trägt, kann ein 2D-Code zusätzlich Chargennummer, Verfallsdatum, Seriennummer und einen Web-Link in einem einzigen Symbol speichern. Genau diese Datenkapazität macht den 2D-Code zur technischen Voraussetzung für digitale Produktinformationen entlang der Lieferkette – und damit zum Vorläufer der kommenden EU-Regulierung.
Vom 2D-Code zum Digital Product Passport (DPP) und zur PPWR
Die EU-Verordnung zur Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte (ESPR) schreibt vor, dass Produkte einen digitalen Datenträger tragen müssen, der mit internationalen Standards kompatibel, physisch auf Produkt oder Verpackung angebracht und in einem offenen, interoperablen Format gehalten ist. GS1 Digital Link erfüllt diese Anforderung und gilt als empfohlener Standard für DPP-konforme Codes.
Der Zeitplan ist konkret: Batteriepässe werden ab dem 18. Februar 2027 verpflichtend, gefolgt von Textilien und weiteren Produktgruppen im Laufe von 2027 und 2028. Parallel verlangt die EU-Verpackungsverordnung PPWR ab 2027 digitale Kennzeichnungen auf Verpackungen, die zu strukturierten Informationen über Materialzusammensetzung, Recyclingfähigkeit und Wiederverwendung führen.
Für Unternehmen bedeutet das: Wer heute auf inline gedruckte, GS1-Digital-Link-fähige 2D-Codes umstellt, schafft die technische Basis, die für DPP, PPWR und künftige Nachhaltigkeitsnachweise ohnehin benötigt wird. Ein zentraler Code kann so gleichzeitig POS-Scanning, Rückverfolgbarkeit, Rückrufmanagement und digitale Produktinformation bedienen – statt für jede Anforderung eine separate Kennzeichnungslösung aufzubauen.
Vom Code zur Auffindbarkeit: GS1 Web Vocabulary und KI-Agenten
Der gedruckte 2D-Code ist der physische Zugangspunkt – seinen vollen Wert entfaltet er erst, wenn die dahinterliegenden Produktdaten standardisiert aufbereitet sind. Das GS1 Web Vocabulary erweitert das verbreitete schema.org-Vokabular um branchenspezifische Eigenschaften für Produkte, Verpackungen und Unternehmen und macht Produktstammdaten so in einem von Suchmaschinen, Apps und zunehmend auch KI-Systemen einheitlich interpretierbaren Format verfügbar.
Diese Entwicklung gewinnt an Tempo: Mit dem Universal Commerce Protocol hat Google im Januar 2026 einen offenen Standard für agentengestützten Handel vorgestellt, der KI-Agenten erlaubt, Produkte selbstständig zu finden, zu vergleichen und zu kaufen – auf Basis strukturierter Produktdaten im schema.org-Format. Untersuchungen zeigen zudem, dass die Erkennungsgenauigkeit von KI-Modellen bei vollständig strukturierten Produktinhalten deutlich steigt, während Produkte ohne entsprechendes Markup für diese Systeme faktisch unsichtbar bleiben.
Für die Praxis bedeutet das: Der GTIN-eindeutige 2D-Code am Produkt und der über GS1 Digital Link aufrufbare, nach GS1 Web Vocabulary strukturierte Datensatz bilden zusammen die Grundlage für eine authentische, vom Hersteller verantwortete Quelle. Wir unterstützen Sie dabei, diese Kette von der physischen Codierung bis zur normgerechten Datenstruktur konsistent aufzubauen – damit Ihre Produkte sowohl am Point of Sale als auch in der wachsenden Welt der KI-gestützten Produktsuche und des Agentic Commerce zuverlässig auffindbar und vertrauenswürdig referenzierbar sind.