Was bringt der 2D-Code überhaupt?
Kurz gesagt: Ein 2D-Code mit GS1 Digital Link ersetzt nicht nur den 1D-Code, er eröffnet einen zusätzlichen Kanal zum Endkunden und liefert Kasse sowie Logistik Informationen, die ein 1D-Code technisch gar nicht tragen kann. Zwei Bereiche profitieren besonders: die Kommunikation nach außen und die Steuerung am Point of Sale.
1. Ein zusätzlicher Kommunikations- und Marketingkanal
Der 2D-Code macht die Verpackung zum Zugang zu einer Produktwelt, die auf dem Etikett selbst keinen Platz hätte:
- Chargenspezifische Inhalte: Herkunft, Nachhaltigkeitsdaten und weitere Produktdetails lassen sich für jede Charge einzeln bereitstellen, statt für die gesamte Produktlinie identisch zu sein.
- Mehrsprachige Produktinformationen: Inhaltsstoffe, Gebrauchsanleitung, Rezeptideen oder Erklärvideos stehen online in beliebig vielen Sprachen bereit, ohne dass das Etikett dafür Platz bieten muss.
- Kontextabhängige Inhalte: Je nachdem, wann und wo ein Kunde den Code mit dem Smartphone scannt, können Ort, Uhrzeit oder Jahreszeit berücksichtigt und passend unterschiedliche Inhalte ausgespielt werden.
- Platzersparnis auf der Verpackung: Ein QR-Code benötigt in der Regel weniger Fläche als ein 1D-Code mit vergleichbarem Informationsgehalt.
- Zukunftssichere Schnittstelle: Der Digital Link lässt sich als technische Basis für aktuelle und kommende regulatorische Anforderungen nutzen, etwa die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) oder den digitalen Produktpass (Digital Product Passport) sowie weitere, noch folgende Vorgaben.
2. Detailinformationen am Point of Sale und in der Logistik
Am Verkaufspunkt und im Lager macht sich der Unterschied unmittelbar operativ bemerkbar:
- Gezieltes Rückrufmanagement: Betroffene Chargen lassen sich sperren, sodass die Kasse den Verkauf automatisch verweigert – auch Retouren werden dadurch für Kundinnen und Kunden einfacher.
- Keine abgelaufene Ware an der Kasse: Ist das Verfallsdatum im Code hinterlegt, kann bereits abgelaufene Ware nicht mehr verkauft werden.
- Automatische Rabattierung: Produkte mit kurzer Restlaufzeit lassen sich automatisiert vergünstigen, statt das manuell im Markt zu steuern.
- Bestandsüberblick nach Charge und Verfallsdatum: Die Kasse erkennt Charge und Mindesthaltbarkeits- bzw. Verfallsdatum der gerade verkauften Ware. Daraus lässt sich systemweit ableiten, wie viel Ware mit kurzer Restlaufzeit noch in welcher Filiale liegt.
Häufige Fragen
Lohnt sich der 2D-Code für Hersteller, wenn der 1D-Code bereits funktioniert? Ja, weil der 2D-Code zusätzliche Funktionen ermöglicht, die der 1D-Code technisch nicht abbilden kann: chargenspezifische Web-Inhalte, automatisierte Ablaufkontrolle an der Kasse und eine Schnittstelle für kommende regulatorische Anforderungen.
Ersetzt der 2D-Code den klassischen EAN-Barcode? Perspektivisch ja – im Rahmen der Initiative „GS1 Sunrise 2027″ soll der 2D-Code den 1D-Code an der Kasse ergänzen und langfristig ablösen. Bis dahin werden beide parallel eingesetzt.
Welchen Nutzen hat der 2D-Code konkret an der Kasse? Er erlaubt es, Charge und Verfallsdatum automatisiert auszulesen – dadurch lassen sich Rückrufe, abgelaufene Ware und Restlaufzeiten-Rabatte direkt am Point of Sale steuern statt manuell im Markt.
Was hat der 2D-Code mit PPWR oder dem Digital Product Passport zu tun? Der GS1 Digital Link liefert die technische Grundlage, über die zusätzliche, regulatorisch geforderte Informationen bereitgestellt werden können. Die konkreten Anforderungen dieser EU-Regelungen befinden sich großteils noch in der Umsetzung und sollten vor einer Implementierung mit dem aktuellen Stand abgeglichen werden.
Hinweis: Digital Product Passport sind laufende EU-Regulierungsvorhaben; konkrete Umsetzungsfristen und Detailanforderungen können sich noch ändern und sollten vor einer Implementierung tagesaktuell geprüft werden.

